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Göttingen. Geschichte einer Universitätsstadt


Als Göttinger Historiker Mitte der 1980er-Jahre eine dreibändige »Geschichte der Stadt Göttingen« konzipierten, war ihr ausdrückliches Ziel eine moderne, nicht rein lokalhistorische Stadtgeschichte, die politik-, wirtschafts-, sozial- und kulturgeschichtliche Aspekte zusammenführt. Das Kompendium gehört bis heute zu den ambitioniertesten stadthistorischen Darstellungen.

Als das Werk im Herbst 2002 – nach nahezu 20 Jahren – mit dem Erscheinen des zweiten Bandes abgeschlossen werden konnte (Band 1 war bereits 1987, Band 3 1999 erschienen), luden die Stadt Göttingen und V&R zu einer festlichen Präsentation ins Alte Rathaus der Stadt. 
Der erste Band umfasst die Frühgeschichte Göttingens bis zum Niedergang der reichen Kaufmannsstadt am Ende des Dreißigjährigen Kriegs (1648). Der zweite Band beschreibt den Zeitraum zwischen dem Westfälischen Frieden und dem Anschluss Hannovers an Preußen – die mit der Universitätsgründung ab 1734 wichtigste Phase in der Geschichte der Stadt. Die Beiträge des dritten Bandes führen den Leser in die wechselvollen Jahre vom Kaiserreich bis zur innerdeutschen Grenzöffnung 1989.

Dabei beleuchtet die »Geschichte einer Universitätsstadt« die Vielfalt des öffentlichen und auch privaten Lebens in Göttingen nicht nur unter historischen und wirtschaftlichen Aspekten: Auch architektonische, verwaltungsrechtliche, kirchengeschichtliche, bevölkerungsgeschichtliche und kulturelle Gesichtspunkte sind in die Darstellung eingeflossen.

Bereits wenige Jahre nach ihrer Gründung im Jahr 1734 nahm die Universitätsstadt Professoren, Dozenten und Studenten aus aller Herren Länder auf. In Europa und sogar darüber hinaus war Göttingen viele Jahre fast schon ein Synonym für Aufklärung und Gelehrsamkeit. Als Zentrum eines weitgespannten intellektuellen Netzes war Göttingen auch in besonderer Weise mit dem übrigen Deutschland und Europa verbunden, weshalb die Geschichte der Stadt Göttingen vom 18. bis weit ins 20. Jahrhundert hinein auch Bestandteil der deutschen, ja der gesamteuropäischen Geistesgeschichte gewesen ist.

Der Verlag knüpfte mit seiner Publikation übrigens an alte Traditionen an: 1765 war im Verlag der Witwe Vandenhoeck unter dem Titel »Versuch einer academischen Gelehrten-Geschichte von der Georg-Augustus-Universität in Göttingen« die von Johann Stephan Pütter verfasste erste Chronik der Universität Göttingen erschienen. Der Fortsetzungsband »Zweyter Theyl. Von 1765–1788« folgte 1788 bei V&R.

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