Strabons Geographica
Stefan Radt
Die Werke des griechischen Geografen und Historikers Strabon (*64/63 v. Chr., † 23 n. Chr.), darunter die »Historischen Kommentare« in 47 Büchern, sind größtenteils verloren. Lediglich die »Geographica« eine Beschreibung der damals bekannten Kontinente (Europa, Asien, Afrika) ist beinahe vollständig erhalten. Nach den kritischen Ausgaben von Gustav Kramer (1844–1852) und August Meineke (1852/53) fehlte jedoch eine zeitgemäße Übersetzung.
Als Stefan Radt (*1937), Emeritus für griechische Literatur der Universität Groningen, im Juli 2000 das erste handschriftliche Manuskript an V&R schickte, hatte er seine auf zehn Bände angelegte neue Ausgabe bereits weitgehend fertiggestellt. Glücklicherweise konnte die sorgfältige Handschrift des Autors von einem kundigen Setzer gelesen werden. Damit das Werk trotz der relativ geringen Auflage von 450 Exemplaren veröffentlicht werden konnte, wurde die Edition von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.
Den griechischen Text ergänzen ein kritischer und ein Testimonien-Apparat sowie eine deutsche Übersetzung und ein Kommentar. Außerdem umfasst Radts Ausgabe eine Transkription der mittelalterlichen Strabon-Epitome und -Chrestomathie, mit der man auf einen Blick feststellen kann, welche Teile des Strabontextes in diesen wichtigen Textzeugen enthalten sind.
Acht der zehn Bände sind inzwischen erschienen; 2011 soll die Edition abgeschlossen sein, die von Peter Habermehl in der Zeitschrift Gymnasium aufs Höchste gelobt wurde: »Strabon zu lesen ist ein ungetrübtes Vergnügen und ein ›Muss‹ für alle, denen die Realien der alten Welt am Herzen liegen.«


