Die Zeit nach Kriegsende
Nach Kriegsende erhielt V&R relativ früh Einzellizenzen, insbesondere für Veröffentlichungen der Akademie der Wissenschaften und für H. Nohls Zeitschrift »Die Sammlung«. Eine generelle Lizenz für V&R erteilte die Britische Militärregierung stellvertretend für den Verlag Hellmut Ruprecht am 29. November 1945, ein halbes Jahr nach Kriegsende. Danach durfte V&R Bücher aus den Themengebieten Evangelische Literatur, Erziehung, Orientalia und Belletristik veröffentlichen. In kurzer Zeit entwickelte sich das Unternehmen wieder zu einem Universitätsverlag, dessen Programm Lehrenden und Studierenden ebenso wie vor dem Krieg ein Begriff ist.
Um die Arbeit klar aufzuteilen, trafen Hellmut und sein Vetter Günther Ruprecht eine Vereinbarung: Günther behielt den weit verzweigten Bereich »Theologie und Kirche« sowie die innere Organisation des Verlags. Hellmut konzentrierte sich darauf, das im Zweiten Weltkrieg eingeschränkte Programmspektrum wieder auf andere Gebiete auszudehnen, wobei er zunächst an die Altertumswissenschaft und das altsprachliche Schulbuch dachte. 1946 bat er drei renommierte Mathematiker um Beiträge zum neuen Programmbereich Mathematik-Lehrbücher und hatte damit, ebenso wie mit den kurz danach begonnenen Segmenten Wirtschaftswissenschaften und Psychologie, ungeahnten Erfolg.


