Gustav Ruprecht
Gustav Ruprecht wurde in Rostock, Leipzig und New York buchhändlerisch und verlegerisch ausgebildet. 1887 wurde er, ebenso wie sein Bruder Wilhelm, Teilhaber seines gesundheitlich geschwächten Vaters. Er entwickelte rasch neue Initiativen für das Verlagsprogramm von V&R, besonders auf dem Gebiet der Theologie.
Während sein Bruder Wilhelm am 1. Weltkrieg aktiv teilnahm, führte er die Geschäfte des Verlags. Obwohl sonst kaum noch Bücher gekauft wurden, hatte er Erfolg mit »Kriegsagenden« – d.h. Bücher mit Texten und Liturgien für Gottesdienste während der Kriegszeit, die in hoher Stückzahl verkauft wurden und mit dem dezidiert vaterländisch orientierten Erziehungsbuch »Das neue Geschlecht« von Richard Kabisch sowie mit einigen Autoren, deren Nationalismus beiden Verlegern zum Kriterium für die Erneuerung der Kirche in Deutschland wurde und manche antisemitischen Züge trug. Zukunftsweisend wurde, dass Gustav Ruprecht als Autoren und Herausgeber die Neutestamentler Rudolf Bultmann und Paul Althaus gewann. Langer Atem: Die Erfüllung eines Verlagsvertrags mit Bultmann erlebte erst der Enkel Arndt Ruprecht nach fünfzig Jahren!


