Wilhelm Ruprecht
Wilhelm Ruprecht studierte Staatswissenschaft in Tübingen und wurde dort 1881 zum »Dr. oec. polit.« promoviert. Anschließend arbeitete er im väterlichen, personell noch klein gehaltenen Verlag mit, dessen Auslieferung damals weitgehend durch Kommissionäre in Leipzig erfolgte. An diese erste Zeit bei V&R schloss sich eine Tätigkeit bei dem aufstrebenden Verlag von Max Niemeyer in Halle und in London in der Buchhandlung von Nikolaus Trübner an. 1884 rückte er wieder als Gehilfe bei V&R ein und wurde, zusammen mit seinem Bruder Gustav, 1887 Teilhaber. Verlegerisch engagierte er sich vornehmlich in der Sprachwissenschaft, daneben auch am theologischen Programm mitarbeitend. Als befreundeten Autor schätzte er besonders Pastor Friedrich Naumann, der ihm mit seinem »National-Sozialen Verein« auch politisch nahe stand. Von 1894 bis 1900 gab Naumann die Reihe »Göttinger Arbeiterbibliothek« mit sozialpolitischen Kleinschriften heraus (Autoren waren z.B. Max Weber und Hans Delbrück). Wilhelm Ruprecht erhielt 1932 für seine Verdienste im Börsenverein des Deutschen Buchhandels das Goldene Ehrenzeichen des Buchhandels.


