Carl Friedrich Günther Ruprecht
1758 war ein Schlüsseljahr für den 1730 in Schleusingen bei Suhl (185 km südöstlich von Göttingen) geborenen Carl Friedrich Günther Ruprecht gewesen: Seine Verlegerin hatte ihn allein zur Leipziger Buchmesse geschickt, die kurz zuvor (1751) die Frankfurter Messe als Buchhandelsplatz abgelöst hatte. In einem Brief, den der 28-Jährige am 25. April 1758 an Anna Vandenhoeck schrieb, heißt es, er wolle hoffen, dass das »Papier sich bald in Gold und Silber verwandeln möge«.
Sein Wunsch sollte sich erfüllen: Der Verlag entwickelte sich nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges (1763), nicht zuletzt durch das Geschick des jungen Geschäftsführers, prächtig. Die höchste Anerkennung für Ruprechts Arbeit war, dass Anna Vandenhoeck ihn zum Haupterben machte und ihm 1787 ihren Verlag hinterließ. Er selbst und seine Nachkommen wussten damit umzugehen, denn das 1787 in Vandenhoeck & Ruprecht umbenannte Unternehmen ist heute in siebter Generation im Familienbesitz.
Als Anna Vandenhoeck starb, war Ruprecht 57 Jahre alt und ledig. Auf dem Weg zur Leipziger Messe 1787 übernachtete er in Weimar und lernte Dorothea Heintze, die Tochter des Direktors der Weimarer Eliteschule Herzoglich Wilhelm Ernestinisches Gymnasium kennen. Es war Liebe auf den ersten Blick, und Ruprecht zögerte nicht lange, sondern hielt gleich am nächsten Morgen beim Vater um die Hand der 33-Jährigen an. Am 31. Juli 1787 fand die Hochzeit statt, ein Jahr später ging aus der Ehe die Tochter Marianne und nach weiteren zwei Jahren Ruprechts Sohn und Nachfolger Carl (2.) hervor.


