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Göttingische Gelehrte Anzeigen (GGA)


Die 1739 gegründete Zeitschrift »Göttingische Gelehrte Anzeigen« ist das älteste noch bestehende Rezensionsorgan in deutscher Sprache. Albrecht von Haller (1708–1777), erster Präsident der Göttinger Gesellschaft der Wissenschaften, hat die Zeitschrift, die sich bis 1801 »Göttingische Anzeigen von Gelehrten Sachen« nannte, geprägt: das Streben nach polyhistorischer Vielseitigkeit, strenger und förderlicher Kritik sowie engster wissenschaftlicher Verbindung mit dem Ausland.
1753 übernahm die Königliche Gesellschaft der Wissenschaften (1751 gegründet) die Herausgabe des Organs. Nach dem Tod des Mediziners von Haller setzte sich der 1763 nach Göttingen berufene Klassische Philologe Christian Gottlob Heyne (1729–1812) für die Zeitschrift ein. Er wurde bereits 1764 zum Leiter der Universitätsbibliothek ernannt, die unter seiner Führung an Bedeutung gewann und zu einer Einrichtung wurde, die aus dem Alltag der Göttinger Professoren und Studenten nicht wegzudenken war. Heynes Engagement ist es auch zu verdanken, dass das Rezensionsorgan »Göttingische Anzeigen von Gelehrten Sachen« den Sprung ins 19. Jahrhundert bewältigte und fortgeführt wurde. 

Seit 1802 erscheint die Zeitschrift im Verlag V&R, der seinerzeit den bis heute unveränderten Titel »Göttingische Gelehrte Anzeigen« (GGA) einführte. Während dieser Zeit gab es Zäsuren: In den knapp 40 Jahren zwischen 1896 und 1935 erschien das Rezensionsorgan im Berliner Verlag Weidmann, um dann wieder in das Programm von V&R zurückzukehren. Die zweite Zäsur war gravierender: 1944 stoppte der Zweite Weltkrieg die Publikation. Erst 1953 konnte der erste Nachkriegsjahrgang erscheinen.

Die GGA, die 2010 im 262. Jahrgang erscheinen, werden von Joachim Ringleben (*1945), seit 1984 Professor für Systematische Theologie in Göttingen, und dem Althistoriker Gustav-Adolf Lehmann (*1942), seit 1993 Professor für Alte Geschichte in Göttingen, unter Aufsicht der Akademie der Wissenschaften herausgegeben. Die ebenso wie V&R in der Göttinger Theaterstraße ansässige Akademie kooperiert mit dem Verlag auch beim Septuaginta-Unternehmen und beim Lexikon des frühgriechischen Epos. Die GGA unterstützt die Akademie bei der interdisziplinären Aufgabe, im Verbund mit in- und ausländischen Forschern der Wissenschaft zu dienen. Pro Jahr kommen zwei Hefte mit einem Gesamtumfang von 320 Seiten heraus.

Die Zeitschrift, die heute eine Druckauflage von 500 Exemplaren hat, orientiert sich seit 2008 wieder an Hallers breiter interdisziplinärer Ausrichtung und seinem Interesse an der Einheit des Wissens. Neben den Geisteswissenschaften, auf die sich die GGA einige Jahre konzentriert hatten, werden seither auch wieder Neuerscheinungen aus der Politikwissenschaft, der Ökonomie sowie naturwissenschaftliche Publikationen besprochen, sofern sie für die Geisteswissenschaften relevant sind.
 

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